Trotz des Eigenheim-Booms der letzten Jahre leben über 60% der Schweizer Bevölkerung in einem Mietverhältnis. Die meisten von ihnen wurden bereits mit dem Thema Mietkaution konfrontiert. Die Sicherheitsleistung für den Vermieter ist mittlerweile Standard.

Die Traumwohnung ist gefunden, der Mietvertrag liegt zur Unterschrift bereit: Mit dieser stimmt der Mieter in den meisten Fällen auch der Überweisung einer Mietkaution auf ein Sperrkonto zu. Diese sollte bei der Schlüsselübergabe erfolgt sein, in der Regel bei einer vom Vermieter bestimmten Bank.

Sicherheitsleistung für den Vermieter

Dem Vermieter dient die Mietkaution als Sicherheit für den Fall, dass der Mieter den Mietzins nicht mehr bezahlt oder für die Beseitigung von Schäden am Mietobjekt, für die der Mieter verantwortlich ist. Der Vermieter darf aber über das Mietzinsdepot nicht frei verfügen. Er muss verschiedene Regeln einhalten:

  • Die Kaution darf bei Mietwohnungen nicht höher als drei Monatsmieten (inkl. NK) sein.
  • Das Geld muss auf ein Mietzinskautionskonto einbezahlt werden, das ausschliesslich auf den Namen des Mieters lautet.
  • Die Hinterlegung der Kaution auf ein privates Konto des Vermieters darf der Mieter ablehnen.
  • Das während der Dauer der Hinterlegung der Kaution entstehende Zinsguthaben gehört nach Ansicht des Mieterinnen- und Mieterverbandes dem Mieter. Es gibt aber auch Banken, welche die Zinsen als Teil des Sperrbetrages betrachten.

Zieht der Mieter aus dem Mietobjekt aus, so sollte die Freigabe des Mietzinsdepots durch den Vermieter nach Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls erfolgen. Werden Teile der Kaution zur Behebung von Schäden am Mietobjekt  benötigt, verzögert sich die Freigabe. Spätestens nach einem Jahr ist der Vermieter aber gesetzlich verpflichtet, das Depot auszuzahlen. Dies vorausgesetzt, dass er in diesem Zeitraum weder eine Klage noch eine Betreibung gegen den ehemaligen Mieter eingeleitet hat.

Finanzielle Belastung für die Mieterschaft

Für den Vermieter bringt eine Mietzinskaution nur Vorteile, während sie für viele Mieter eine finanzielle Belastung ist, insbesondere wenn sie auf die Auszahlung einer bestehenden Kaution warten, gleichzeitig eine neue Mietkaution hinterlegen und möglicherweise noch neues Mobiliar anschaffen müssen.

Mietkautionen ohne Bankdepot als Alternative

Diesen Umstand haben sich Versicherungen und spezialisierte Anbieter zu Nutze gemacht. Sie bieten in Form einer sogenannten Mietkautionsversicherung eine Bürgschaft an. Der Anbieter bürgt also in der Höhe der vereinbarten Mietzinskaution. Gerade finanzschwächere Mieter, die sich trotz wenigen Eigenmitteln um eine Wohnung bewerben wollen, profitieren. In der Regel wird bei einer Mietkautionsversicherung eine Beitrittsprämie bezahlt. Anschliessend ist eine jährliche Gebühr in der Höhe von ca. 5% der Mietkaution sowie vielfach eine Bearbeitungsgebühr fällig.

Der Mieterinnen- und Mieterverband rät aber vom Abschluss einer Bürgschaft ab. Insbesondere weist er daraufhin, dass eine Mietkautionsversicherung keine Haftpflichtversicherung ist. Die Versicherung bezahlt zwar im Schadenfall die Rechnung des Vermieters, verlangt das Geld aber umgehend vom Versicherten zurück.