Seit Corona läuft die Wohnungsbewerbung zunehmend digital und über Apps. Mit diesen Tipps können Sie bei einem Vermieter punkten. Denn wenn Sie sich positiv von der Masse abheben, erhöhen sich Ihre Chance für eine Wohnung deutlich. 

Wer hat diese Erfahrung nicht auch schon gemacht: Über Wochen das ganze Wohnungsangebot durchkämmen, zig-Mal eine persönliche Bewerbung schreiben, telefonieren – und am Schluss ernten die Leute doch nur Absagen. Vor allem in den Städten und grossen Agglomerationen sind zahlbare Wohnungen nach wie vor Mangelware. Und wenn doch einmal etwas Passendes ausgeschrieben ist, ist die Konkurrenz bei den Bewerbungen riesig. 

Besichtigung: im kleinen Rahmen oder gar nicht 

Die meisten Vermieter und die Immobilienwirtschaft haben den Prozess in den letzten Monaten stark umgestaltet. Nicht erst seit Corona ist es nicht mehr üblich, an einem Tag der offenen Tür hunderte von interessierten Mieterinnen und Mieter durch die Wohnung zu schleusen. Lange Warteschlangen bei der Wohnungsbewerbung sind passé!  

Immer mehr Verwaltungen nehmen heute nur noch online-Bewerbungen entgegen. Das hat den Vorteil, dass nicht ein bisschen Glück oder der Zufall entscheidet, wer die Wohnung bekommt. Denn auch für die Verwaltungen ist es unangenehm und ineffizient, sich durch ganze Stapel von Dossiers und Bewerbungen auf Papier zu kämpfen.  

Unser Tipp: Für die Suche nach einem neuen Zuhause sind heute neue Strategien gefragt. In einem ersten Schritt sollten Sie die Hintergründe ausleuchten. Dabei macht es einen wesentlichen Unterschied, welcher Typ Vermieter hinter dem Angebot steckt. Private Vermieter mit einem kleinen Mehrfamilienhaus ticken etwas anders als die grossen Verwaltungen, die hunderte von Objekten bewirtschaften.  

«Wie tickt der Vermieter?» 

Fangen wir mit den grossen, professionellen Verwaltungen an: Die Beschäftigten in der Bewirtschaftung wollen in erster Linie speditiv arbeiten. Sie werden an den Vermarktungszielen der Auftraggeber und den wirtschaftlichen Ergebnissen gemessen. Dazu gehören eine hohe Kadenz bei den Dossiers und möglichst geringe Mietzinsausfälle. Was heisst das nun für die Wohnungsbewerbung? Bei einem solchen Hintergrund wäre es eine Illusion zu glauben, der persönliche Begleitbrief bringe wesentliche Vorteile. Es kommt vielmehr darauf an, der zuständigen Person unnötigen Aufwand zu ersparen. Ärgerlich ist es für alle Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter, wenn zum Beispiel ein Dossier ungenau ist und wesentliche Informationen fehlen. Denn das verursacht unnötigen Mehraufwand und erfordert Nachfragen. 

Nach etwas anderen Spielregeln verläuft die Wohnungsvergabe bei privaten Vermietern. Diese Gruppe darf zahlenmässig keinesfalls unterschätzt werden, denn viele Mietwohnungen in der Schweiz sind im Besitz von Familien und privaten Erbengemeinschaften. Hier haben wir es oft mit Menschen zu tun, die durchaus eine persönliche Note und einen direkten Kontakt schätzen. Private Vermieter wollen die künftigen Mieter zunächst einmal persönlich kennenlernen. Wenn Sie also die Wohnung von privat bekommen wollen, sollten Sie dem Gewicht beimessen, etwa durch ein sympathisches Motivationsschreiben mit beigelegten Fotos. Tipp: Wieso nicht ein kleines Video drehen, um sich gut zu präsentieren? 

Machen Sie einen guten Eindruck! 

Es ist eine Binsenwahrheit: Der erste Eindruck gibt oft den Ausschlag für die Wohnung, und das gilt sowohl für private Vermieter als auch für die grossen Verwaltungen in der Branche. «In Zeiten von Corona mussten wir schon ganz zu Beginn viele Leute aussortieren, weil wir nur ganz wenige zur Besichtigung einladen konnten», sagt der Immobilienprofi Thomas Hellweger. Wie so oft mache der persönliche Eindruck beim ersten Kontakt den Unterschied. «Es kommt darauf an, ob wir auf einen freundlichen, zuverlässigen und gut strukturierten Menschen schliessen können oder nicht», sagt der Profi und Autor mehrerer Bücher zum Thema Wohnungsbewerbung. 

In dieser Ausgangslage verschafft sich im digitalen Auswahlverfahren sicher Vorteile, wer die folgenden Tipps beherzigt: 

Eine Bewerbung um eine Wohnung sollte systematisch vorbereitet sein. Ideal ist es, wenn Sie alle Unterlagen griffbereit im Computer ablegen: Referenzen und Kontaktpersonen (Vorvermieter, Arbeitgeber), Angaben zu Einkommen und Beruf, eine aktuelle Bonitätsauskunft etc.  

Achtung: Lesen Sie sorgfältig nach, welche Infos der Vermieter will, und halten Sie sich an den vorgegebenen Ablauf. 

Das gilt auch zu den Angaben zum Einkommen und zum aktuellen Betreibungsauszug. Manche Vermieter verlangen nach wie vor einen konventionellen Auszug aus dem Betreibungsregister – oft aufgrund bestehender Verträge mit den Dienstleistern. Immer mehr Verwaltungen setzen aber auf digitale Methoden und digitale Bonitäts-Zertifikate wie von CreditTrust. Tipp: Am besten lesen Sie genau nach oder fragen, welche Unterlagen tatsächlich erwartet werden. Wenn es ausdrücklich verlangt ist oder wenn der Wohnungsmarkt eh eng ist, lohnt es sich, beides bereit zu halten (CreditTrust Zertifikat/Betreibungsauszug). «So können sich Bewerber von anderen abheben», erläutert Manuel Gall von Certification. 

Wohnungen sind rasch öffentlich ausgeschrieben – und im Nu auch wieder weg. Wenn die ersten zehn von hundert Bewerbungen schon überzeugend und vollständig sind, haben die Langsameren kaum noch eine Chance. 

In einem zusehends digitalen Prozess ist oft kein Raum, sich als potenzielle Mieter sympathisch zu verkaufen. Doch auch bei vollständig über Eingabemasken oder eine App laufenden Bewerbungen gibt es solche Optionen. Oft kann man am Schluss persönliche Bemerkungen anbringen und Dokumente hochladen – ein individuelles Begleitschreiben, Fotos, Videos oder sonstige Präsentationen. Manche Verwaltungen bieten sogar eine direkte Chatmöglichkeit.  

Die Bonität hat einen herausragenden Stellenwert. Hier gilt es, transparent und ehrlich zu sein. Wie oben erwähnt setzen viele Verwaltungen heute öfters auf digitale Tools und alternative Auskünfte (anstelle eines Betreibungsregisterauszugs). Wer bei Handyrechnungen oder Onlinehändlern mit schleppendem Zahlungsverhalten auffällt, hat schlechtere Karten als die Mitbewerber. Bei den Angaben zum Einkommen sollte man aber auf keinen Fall mit falschen Angaben «schummeln». Weiterhin gilt als Faustregel: Die Miete sollte nicht mehr als einen Drittel des Einkommens betragen, besser sind 20 oder 25 Prozent. Siehe Artikel Miete: Welche Wohnung kann ich mir leisten? 

Jeder Vermieter wünscht sich unproblematische und zuverlässige Mieter. Also spielt es bei der ganzen Wohnungsbewerbung eine grosse Rolle, welches Bild Sie von sich abgeben: Schon vom allerersten Kontakt an sollten Sie sich genügend Zeit nehmen und sehr sorgfältig vorgehen (Online-Formular vollständig ausfüllen, Unterlagen bereithalten, ein paar Begleitzeilen schreiben).  

Wenn Sie sprachlich unsicher sind, bitten Sie jemanden aus dem Bekanntenkreis um Hilfe. Zum ersten Eindruck zählen natürlich auch Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Falls Sie das Glück haben und in die enge Auswahl kommen: Vor Vertragsunterzeichnung ist nach wie vor eine persönliche Besichtigung üblich. Seien Sie pünktlich, höflich und korrekt.  

Überlegen Sie sich auch, was Sie online von sich preisgeben. Was ist über Sie öffentlich auf dem Internet und in Social Media zugänglich? Bei Stellenbewerbungen und immer mehr auch bei Wohnungsbewerbungen ist es nicht ungewöhnlich, dass Sie «gegoogelt» werden. Oder die zuständige Bewirtschafterin wirft kurz einen Blick auf Ihr Profil in den sozialen Medien wie Instagram, Facebook oder LinkedIn. «Vor allem auch junge Wohnungssuchende sollten selbstkritisch checken, welche Bilder von ihnen öffentlich zugänglich sind», empfiehlt Experte Thomas Hellweger. Wenn in diesem Auswahlverfahren schon viele Bewerbungen rausflogen – vielleicht kommt es in der Schlussrunde darauf an, wie gut sich der Bewerber oder die Bewerberin auf Selbstdarstellung versteht. 

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