Smart-Home wird auch in der Digitalisierung eine zunehmend grössere Rolle spielen. Doch was genau ist Smart Home oder «home automation» genau?

Smart-Home ist der Überbegriff für alle Systeme, Komponenten und Anwendungen, welche für technische Automation des Wohnbereichs eingesetzt wird. Das Ziel von Smart Home ist, dass alle Geräte miteinander vernetzt sind und auch miteinander kommunizieren können. Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Google und Microsoft sehen darin ein grosses Potenzial und haben bereits enorme Summen für die Forschung und Entwicklung ausgegeben. Die wohl bekannteste Innovation dürft Amazon Echo sein – auch bekannt unter dem Namen der Sprachassistenz Alexa.

Was für Smart-Home Anwendungen gibt es?

Energie: Besonders bei der Senkung des Stromverbrauchs ist grosses Potenzial vorhanden. Eine Studie der Bank Goldman Sachs hat gezeigt, dass bei der Kühlung oder Heizung über 40% eingespart werden kann. Bei der Beleuchtung sogar bis zu 80%. Digital gesteuerte Klimaanlagen, Heizungen und Beleuchtungen dürften dann der Standard sein.

Sicherheit: Digitale Feuer-Gasmelder und Bewegungsmelder

Unterhaltung: Augmented- & Virtual-Reality Geräte

Gebäudekontrolle: Stellen Sie sich vor, Sie müssten nicht mehr mühsam in der Hosentasche nach Ihrem Hausschlüssel suchen, sondern könnten mit dem Smartphone die Türen per Knopfdruck aufschliessen. Die Technologie dazu ist bereits vorhanden und wir zum Teil auch eingesetzt. Ebenso könnten Jalousien und Fenster mit dem Handy bedient werden.

Haushaltsgeräte: Vernetze Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Waschmaschinen, Kühlschränke, Backofen etc.

Lebensmittel: Mikrochips in den Lebensmittelverpackungen. Das könnte dazu führen, dass so vereinfacht die Haltbarkeit der Lebensmittel überprüft werden kann. Oder auf dem Smartphone genau ersichtlich ist, welche Lebensmittel sich noch im Kühlschrank befinden, um anschliessend die fehlenden Sachen zu bestellen.

Wie viele Menschen nutzen überhaupt Smart-Home?

In der Schweiz sind es gerade einmal 14.8%. Unsere Nachbarland Deutschland ist bereits fortschrittlich mit 30%. (Zahlen aus dem Jahr 2018)

Gibt es in der Schweiz schon grosse Projekte?

In Zürich zum Beispiel entstehen schon Überbauungen wie Vulcano oder auch Greencity, die mit Smart-Home ausgestattet werden.

Welche Kriterien braucht es, damit Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung als Smart-Home bezeichnen können?

Bis jetzt gibt es leider noch keine Checkliste dazu. Theoretisch können Sie auch einfach eine vernetzte Glühbirne, die mit dem Smartphone über ein App gesteuert ist, als ein Teil des Smart-Home bezeichnen.

Das grosse Problem von Smart-Home

Das grosse Problem besteht darin, dass Sie nicht 30 verschiedene Apps auf dem Smartphone haben möchten um jede Kleinigkeit zu steuern. Das Ziel sollte sein, dass es mithilfe einer App möglich ist alles zu steuern. Das bedingt aber auch, dass die Firmen zusammenarbeiten müssen und nicht jede Firma seinen eigenen Weg machen kann.

Die Risiken 

Smart-Home könnte uns in Zukunft einen erheblichen Mehrwert bringen. Doch was ist, wenn sich kriminelle Organisationen oder sogar Geheimdienste in das System Zugang verschaffen? Amazon Echo speichert beispielsweise alle Gespräche und Fotos auf den Servern zur Verbesserung der eigenen Software ab. Ob die Daten nur zur Softwareoptimierung genutzt werden, das weiss niemand so genau. Was man weiss wie die «Welt am Sonntag» berichtete, das Amazon Mitarbeiter in Polen rekrutiert hat, die, die Aufzeichnungen über ein spezielles Fernarbeitsprogramm abhören. Dies ganz gemütlich Zuhause oder im öffentlichen Raum. Darauf hin kündigte Amazon eine neue Datenschutz-Funktion an: Die Nutzer können zukünftig die Wahl selber treffen und die menschliche Nachbearbeitung sperren. Die Vorstellung, dass Sie im eigenen Zuhause immer abgehört werden können, ist schon sehr unheimlich. Dies ist sicher auch einer der Gründe, warum der grosse Durchbruch des Trends noch ausblieb.