Das Coronavirus ist derzeit auch im Wohnbereich das Thema Nummer eins. Finden Wohnungswechsel und Besichtigungen statt? Wie kann der Alltag möglichst stressfrei und ohne gesundheitliches Risiko gestaltet werden? Wir stellen für Sie die wichtigsten Themen zusammen. Ausserdem bieten wir Ihnen hier im Blog eine laufende Aktualisierung und Ergänzung. 

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, Ihre Frage direkt und anonym unter dem Beitrag zu stellen. Unsere Experten beantworten diese zeitnah und kostenlos.

  • Ich habe meine Wohnung gekündigt. Kann der geplante Wohnungswechsel stattfinden?

Die meisten Verwaltungen geben sich grosse Mühe, weiterhin Wohnungswechsel und Umzüge zu ermöglichen. In der Praxis lassen sich Wohnungsübergaben durchaus durchführen, ohne dass sich die beteiligten Personen direkt in der Wohnung treffen müssen. Schlüssel werden sehr gut desinfiziert und auf anderem Weg übergeben oder zugestellt. Festgestellte Mängel lassen sich auch später auf schriftlichem Weg melden. Sprechen Sie sich allenfalls mit dem Umzugsunternehmen und dem Reinigungsinstitut ab. Hygiene, Abstand halten («Social Distancing») müssen eingehalten werden.

Angesichts einer hohen Zahl an Umzügen im Frühling ist an das Gesamtinteresse zu denken. Manche Leute sind tatsächlich dringend darauf angewiesen, planmässig die neue Wohnung beziehen zu können. Wenn ein Nachmieter nicht kommt, kann auch ein anderer Mieter bzw. eine Mieterin nicht fristgerecht umziehen und so weiter.

Wohnungsbesichtigungen während der Corona-Krise

  • Finden noch Wohnungsbesichtigungen statt?

Hier setzen viele Verwaltungen auf die neuen technischen Möglichkeiten. Mit Face-Time-Video, Skype-Call und mit anderen digitalen Video-Tools  können Sie sich ebenso ein gutes Bild machen, wie eine Wohnung innen aussieht. Viele Verwaltungen und Vermarkter nutzen hier ohnehin schon die neuesten technischen Möglichkeiten mit virtuellen Rundgängen, Virtual Reality, 360°-Rundgängen durchs Haus etc.

Hauswart und Handwerker

  • Ist der Hauswart nach wie vor im Einsatz? Und kommen Handwerker für dringende Reparaturen ins Haus?

Die wichtigsten Dienstleistungen sind in diesem Bereich nach wie vor sichergestellt. Manche Hauswarte, die ja alleine unterwegs sind, intensivieren sogar Reinigungen, Desinfektionen usw. Dringende Reparaturen, etwa an Liftanlagen, werden nach wie vor ausgeführt. Entscheidend ist immer, dass sich die zwingenden Vorsichtsmassnahmen des Bundes bei der Arbeit strikt einhalten lassen. Grössere Sanierungen oder Malerarbeiten innen oder aussen am Haus werden aber aufgrund der aktuellen Lage meist verschoben. Das Kriterium lautet, ob die Arbeit tatsächlich dringend ist und ob die Massnahmen zum Schutz der Gesundheit beachtet werden können.

  • Sind die Dienstleistungen der Banken, etwa bei Hypotheken und Finanzierungen, sichergestellt?

Der Betrieb der Banken ist sichergestellt. Auch wenn fast alle Mitarbeitenden im Home-Office arbeiten, lassen sich fast alle operativen Dienstleistungen aufrechterhalten. Wenn Sie also ein Anliegen zu Hypotheken oder andere Fragen haben, stehen Ihnen die Teams Ihrer Bank zur Verfügung. Nur mit dem Unterschied, dass Gespräche telefonisch oder über Video-Call stattfinden.

Dürfen Mieten gestundet werden?

  • Als Geschäftsmieter bin ich hart von der Corona-Krise betroffen. Denn ich habe kaum Reserven, um die Miete weiter zu zahlen. Wie muss ich vorgehen?

Diese Frage ist rechtlich gesehen nicht eindeutig geklärt. Und Interessenvertreter von Mieter- und Vermieterseite sehen es naturgemäss etwas anders. Wenn Sie aber als Restaurant oder Coiffeur von einer behördlichen Schliessung betroffen sind, wird dies später auch ein Gericht nicht einfach als normales betriebliches Risiko einstufen können. Manche Juristen zitieren daher den Begriff „Mangel an der Mietsache“ aus dem Mietrecht. Demnach wäre die Miete in dieser Notsituation nicht geschuldet oder jedenfalls nicht im vollen Umfang.

Sie sollten aber nicht einfach von sich aus die Miete «stunden». In jedem Fall ist es ratsam, das Gespräch mit der Verwaltung zu suchen. Dabei ist als Argument zu berücksichtigen, dass ja auch ein Ersatzmieter nicht in der Lage wäre, dasselbe Geschäft weiter zu betreiben und die Miete zu zahlen. Jedenfalls solange nicht, wie die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise Geltung haben.

Wohnungsmiete

  • Wie ist die Rechtslage bei den Wohnungsmieten? Muss die Miete in jedem Fall weiter bezahlt werden?

Rein rechtlich gesehen ist die Miete geschuldet. Niemand konnte so etwas wie die Corona-Krise vorhersehen. Es gibt aber eine gute Nachricht: In der Schweiz sind wir sozial und finanziell gut abgesichert. Dank dieses Netzes ist auch für einen solchen Ausnahmefall gut vorgesorgt. Die meisten Angestellten beanspruchen im Moment die Lohnfortzahlung, sie arbeiten im Home-Office; weiter sind sie durch Entschädigungen bei Kurzarbeit oder durch die Arbeitslosenversicherung abgesichert. Da kommt es übrigens auch gelegen, dass aufgrund der Marktlage und weil der Referenzzins Anfang März gesunken ist, gewisse Mietzinssenkungen drin liegen.

Empfehlung: Ob Geschäfts- oder Wohnungsmieter – Suchen Sie das Gespräch mit der Verwaltung und versuchen Sie zu verhandeln. Die Verwaltungen werden in der Praxis die Fälle sehr individuell anschauen und daran arbeiten, eine für alle tragbare Lösung zu finden.

Hypothek während der Corona-Krise

  • Muss ich die Hypothek in jedem Fall weiter zahlen?

Ja. Es gilt aber dasselbe wie bei der Miete: Die meisten Leute sollten sich nicht zu sehr sorgen deswegen, weil sie auch weiterhin monatliche Zahlungen auf ihrem Konto haben werden (Lohnfortzahlung etc.). Selbstständig Erwerbende oder KMU sind zwar nicht über die Arbeitslosenversicherung gedeckt. Sie werden aber aus den umfangreichen Finanzhilfen des Bundes und aus Bürgschaften finanzielle Mittel zur Überbrückung erhalten.

Nun zahlt es sich auch aus, dass die meisten Banken bei den Hypotheken konservativ agiert haben. Bei allen Kundinnen und Kunden mit Hypotheken ist ein gewisses Reservepolster von Anfang an eingeplant (strenge Vorgaben bei der Kreditvergabe, Sicherung der finanziellen Tragbarkeit).

  • Wie sieht es aus mit Behörden, Notariaten und Grundbuchämtern?

Die Situation ändert sich momentan fast täglich. Teils gibt es auch noch eine unterschiedliche Praxis je nach Kanton und je nach Gemeinde. Viele Dinge lassen sich auch telefonisch oder digital erledigen. Und es sind oft nur wenige Vorgänge oder Beurkundungen, bei denen sich tatsächlich mehrere Personen gleichzeitig im gleichen Raum aufhalten müssen. Wir empfehlen Ihnen, bei sämtlichen Kontakten vorgängig abzuklären, ob es alternative Möglichkeiten gibt. Wichtig ist, dass die offiziellen Auflagen des Bundes im Alltag sehr ernst genommen werden.

 

Lesen Sie hier die offizielle Stellungnahme der SVIT Schweiz

 

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